Die wieder eingeführte Vermögenssteuer 2011

Eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer (Impuesto de patrimonio) 2011 geht einher mit einer Erhöhung der Freibeträge – verglichen mit der 2008 abgeschafften ehemaligen Vermögenssteuer. Zu zahlen ist diese auch von deutschen Immobilienbesitzern.

Fragen und Antworten:

  • Wann ist die Vermögenssteuer zu bezahlen?

Für Nicht-Residenten endet die Zahlungsfrist für das Fiskaljahr 2011 am 31. Dezember 2012. Steuer-Inländer geben die Vermögenssteuer gemeinsam mit ihrer Einkommenssteuererklärung ab.

  • Ab wann gilt die neue Vermögenssteuer?

Sie gilt vorerst für die beiden Fiskaljahre 2011 und 2012. Bei Bedarf kann der Gesetzgeber die Wirkungsdauer der Steuer aber verlängern.

  • Wer muss Vermögenssteuer zahlen?

Der Gesetzgeber hat Unternehmen und Gesellschaften von der Steuer ausgeschlossen. Mit diesem Schritt wollte man die Belastungen für die Firmen und Betriebe nicht zusätzlich erhöhen. Die Steuer ist also nur von physischen Personen zu zahlen, mit entsprechendem Besitz in Spanien, egal ob es sich dabei um Spanier oder Ausländer handelt.

  • Wie wird die Vermögenssteuer berechnet?

Zur Berechnung werden alle Vermögenswerte herangezogen, also Immobilienbesitz, Luxusgüter wie Yachten oder hochwertige Kunstwerke, Bargeld-, Spar- und Aktienguthaben. Bei Steuer-Inländern gilt bei der Immobilie des Hauptwohnsitzes ein Freibetrag von 300.000 Euro (früher: 180.000 Euro). Auf die Summe aller Vermögenswerte wird ein Freibetrag von insgesamt 700.000 Euro gewährt (früher 108.000 Euro).

  • Sind auch ausländische Nicht-Residenten, die auf Mallorca eine Ferienimmobilie besitzen, von der Steuer betroffen?

Ja, auch sie sind steuerpflichtig, sagt der Direktor der balearischen Steuerbehörde, Alberto Roibal. Hinzu kommt: Für sie gilt der Freibetrag auf die Immobilie von 300.000 Euro nicht, da es sich nicht um ihren Hauptwohnsitz handelt. Besteuert werden all ihre Vermögen in Spanien, also auch Bankguthaben, etwa wenn Geld für den Unterhalt der Ferienwohnung auf einem spanischen Konto liegt.

  • Wie wird der Immobilienwert ermittelt?

Die Finanzämter wenden den jeweils höchsten von drei Werten an: der Kaufpreis der Immobilie, der Katasterwert oder ein von der Behörde erhobener Schätzwert, sagt Marta Balaguer, Steuerberaterin der Kanzlei Jaime Lamas & Partner in Palma. Konkret: Besitzt ein deutscher Nicht-Resident eine Ferienwohnung im Wert von 900.000 auf Mallorca, bleiben abzüglich des Freibetrages von 700.000 Euro 200.000 Euro zu versteuern. Für diesen Betrag wird nach Tabelle ein Steuersatz von 0,3 Prozent fällig, sprich, der Immobilienbesitzer muss pro Jahr 600 Euro Vermögenssteuer zahlen.

  • Wie sind die tabellarischen Steuersätze gestaffelt?

Sie beginnen bei 0,2 Prozent (für Restbeträge bis 167.129 Euro) und erhöhen sich progressiv auf 2,5 Prozent. Besitzt also ein Millionär nach Abzug der 700.000 Euro ein Gesamtvermögen im Wert von mehr als 10,696 Millionen Euro, muss er maximal 183.670 Euro Vermögenssteuer pro Jahr bezahlen.